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Vortragsveranstaltung am 19. Oktober 2006 im Konfe

„Forschung ist die beste Medizin“: so werben zurzeit die forschenden Pharmaunternehmen in einer breit angelegten Marketing-Kampagne. Aber wie sieht es überhaupt mit Forschung, speziell im medizinischen und pharmazeutischen Bereich in Deutschland aus? Diese und andere Fragen beantwortete Dr. Michael Herschel, Leiter der Klinischen Forschung bei GlaxoSmithKline, einem der weltweit größten Pharma- und Gesundheitsunternehmen, in seinem Vortrag: „Chancen und Risiken biomedizinischer Forschung“ am 19. Oktober im Konferenzzentrum München. Dr. Michael Herschel ist Leiter der Klinischen Forschung von GlaxoSmithKline (zum Vergrößern bitte anklicken)Biomedizinische Forschung am Menschen geht immer stärker an den Kern des Mensch-Seins. Genetische Untersuchungen können beispielsweise auf mögliche Krankheitsrisiken in der Zukunft hinweisen, aber auch etwas über die Chance zur Heilung mit Krebsmedikamenten aussagen. In diesem Zusammenhang ist es nicht ausgeschlossen, dass neuartige Substanzen trotz aller Tierversuche bei der Anwendung am Menschen schlimme Überraschungen bergen.

Ausgehend von diesen Prämissen, erläuterte Michael Herschel, selbst studierter Humanmediziner, der in verschiedenen Positionen in Medizin, Marketing und als Projektleiter bei Boehringer Mannheim, Merckle und Boehringer Ingelheim tätig war und von 2000 bis 2004 als Bundesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pharmazeutische Medizin agierte, einleitend die Begriffe „Chance“ und „Risiko“ in der klinischen Forschung. Für Herschel sind die Chancen, z.B. eines neuen Medikaments, nur schwer wissenschaftlich messbar: „Chancen zu messen ist eine Kunst, keine Wissenschaft“. Während Risiken mit Biomarkern oder Vergleichsstudien zumindest statistisch besser kalkulierbar sind. Karl Heinz Keil, Hanns-Seidel-Stiftung, (li.) begrüßt Dr. Michael HerschelAnhand einiger ausgewählter Beispiele verdeutlichte Herschel dann die aktuellen Handlungsfelder der biomedizinischen Forschung. So sei an die „personalised medicine“ zu denken. Durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und den daraus resultierenden Erkenntnissen können Medikamente zielgerichtet eingesetzt werden. Ein weiteres Diskussionsfeld der Biomedizin sei die Stammzellforschung. Herschel betonte, dass in diesem Forschungsbereich mögliche Behandlungserfolge zurzeit wissenschaftlich sehr unterschiedlich wissenschaftlich bewertet würden und insbesondere in der Verwendung embryonaler Stammzellen, eine Vielzahl ethischer Probleme liegen.

Generell, so Herschels Schlussfolgerung, bewegen sich biomedizinische Forschung und medizinisches Handeln im Spannungsfeld von Rationierung, Geld und Ethik. Eine Gesellschaft müsse sich aber auch in der Forschung an ethischen Prinzipien orientieren und nicht alles „Machbare machen“.

Den kompletten Vortrag finden Sie hier