StartseiteAktuellesSchwerpunktthemenVeranstaltungenVorträge - StellungnahmenHerschels HeresiesPublikationenZur PersonBuchempfehlungen

Vorträge - Stellungnahmen:

Biomedizin

Clinical Research/Klinische Forschung

Forschungsstandort Deutschland

Gesundheitswesen in Deutschland

MBA-Dissertation Michael Herschel

Pharma-Management

Politik der Prävention

Projektmanagement

Pharmastandort Deutschland

Verhandlungsmacht: Gracian statt Macchiavelli

Aktuelle Termine

Gesundheitswesen in Deutschland:

Die Philosophie der Rationierung

Gesundheitsreform?

Heilmittelwerbegesetz

Allgemein:

Startseite

Sitemap

Kontakt

Impressum

Kurze Gedanken zur Gesundheitsreform

Die Gesundheitsreform spiegelt - wie wenige Entscheidungen- das Motto der Regierung wider: keine großen Sprünge, wir gehen in kleinen Schritten. Dass man so ans Ziel kommt ist ein Gerücht, denn keiner ist zufrieden, und der Einzelne fragt sich, warum er mehr bezahlt, wenn er weniger oder dasselbe dafür erhält. Blickt man zurück, so eröffnet sich das Panorama von Reformen, die in immer kürzeren Abständen nachgebessert werden mußten. Führung heißt auch mutig sein, und eine Reform und dann ein Jahrzehnt Ruhe und Kontinuität ist nicht nur ein frommer Wunsch sondern eine Notwendigkeit für private und wirtschaftliche Planung.

Beginnen wir damit, dass in Deutschland ganz wenige nicht versichert sind, ein Zehntel der Bevölkerung privat und der Rest gesetzlich versichert ist. Fakt ist: die Tarife der „privaten“ werden immer teurer, und der Leistungskatalog der „gesetzlichen“ immer dünner. Warum sollte es nicht möglich sein, zu einem fixen Zeitpunkt die Privatversicherung als Vollversicherung aufzulösen, den Patienten die von ihnen angesparten Rückstellungen in fairer Weise mitzugeben, und ihnen und den bisher nicht Versicherten eine der gesetzlichen Kassen auswählen zu lassen. Richtig gehört: auswählen zu lassen. Denn: ein Gesundheitsfonds ist das Ende des gesunden Wettbewerbs der Kassen untereinander – wenn auch wegen der gelegentlich sehr hohen Risiken eine Mindesteinlage bei jeder Kasse sein müsste, um Insolvenzverfahren bei Krankenkassen zu verhindern.
Eine solche „Basiskasse“ würde die medizinische Grundausstattung zahlen, aber nicht mehr: sie würde bei katastrophalen, schicksalhaften Ereignissen aufkommen, sie würde alle Medikamente bezahlen, jeweils die preisgünstigsten, aber nur bei den Erkrankungen, für die sie zugelassen sind. Sie würde keine Sportunfälle bezahlen, keine neuen Medikamente oder diese nur anteilig, es sei denn sie hätten ihren überlegenen Nutzen bereits gezeigt, und für die Zähne wäre sie auch nicht zuständig.

Schon hieraus ergibt sich: wir brauchen private Zusatzversicherungen: für Zähne, Brillen, für unbeschränkten Zugang zu allen (auch den vielleicht nicht so wirksamen) Medikamenten, für Sportunfälle, oder wenn man direkt zum Facharzt gehen will.
Und die Krankenversicherung für Kinder würde bis 18 Jahre, einschließlich der Zähne und der Sportunfälle, aus den Steuern finanziert.
Ab einem bestimmten Stichdatum, etwa dem 1.1.2009, würde der Arbeitgeberanteil komplett entfallen, die Löhne und Gehälter würden automatisch und neutral angepasst. Jeder würde vom Bruttoeinkommen 2% in die Kasse zahlen, zusätzlich käme eine für Jeden gleich hohe Prämie.
Jeder müßte dann auch entscheiden, ob er lieber seinen anderweitigen Konsum erhöhen oder in die Gesundheit investieren möchte.

Würde die Pharmaindustrie davon profitieren?
Das kommt darauf an. Preisfestsetzungen von Generika würden aufhören, aber das Bundeskartellamt würde sehr genau überwachen, dass der Wettbewerb von keinem beschränkt wird. Neue Medikamente bekämen zunächst den Preis des Standardmittels ihrer Klasse, es sei denn sie hätten bereits bei der Einführung belastbare Daten zum Nutzen vorzuweisen. Der Preis würde später immer wieder erhöht werden können, und die „Basiskasse“ würde entscheiden, ob sie ihn ganz oder nur in Teilen erstattet. Also: gute Chancen für echte Innovationen.
Wenn…ja wenn endlich die alte Garde der Gesundheits- und Sozialpolitiker abträte, für die Freiheit und Solidarität nur auf eine ganz bestimmte Art verbunden werden können.